Ali und Mike Martin auf einer Wiese
Landwirtschaft

Kartoffeln für Ägypten

Mike Martin bewirtschaftet mit seinen Söhnen Ali und Jonnie einen Ackerbaubetrieb auf fruchtbarstem Boden in Muir of Ord im schottischen Hochland. Der Farmer produziert Kartoffeln für Ägypten und mästet 400 Rinder für die Fleischproduktion.

Mit 520 Kilo haben die Tiere das Ende der Ausmast erreicht und werden geschlachtet. Es sind verschiedene Kreuzungen von Simmentaler, Charolais, Angus und Limousin, die auf der Garguston Farm in den Ställen stehen.

Das Wetter in Schottland ist unberechenbar. Die Heuernte für das Vieh wird zur Herausforderung. Während die Westküste regenreicher ist, fallen hier nur 800 Millimeter Regen jährlich (Schweiz: nördliches Flachland 1000 bis 1500 mm). «Wir versuchen das Gras in einem geeigneten Wetterfenster zu mähen. Wir können eine Trockenmasse von 40 bis 50 Prozent erreichen», sagt Mike Martin. Aus dem Gras wird auch Silo hergestellt. Rund die Hälfte der Silage wird in einem Fahrsilo gelagert, die andere in Ballen gewickelt.

«Wir versuchen das Gras in einem geeigneten Wetterfenster zu mähen. Wir können eine Trockenmasse von 40 bis 50 Prozent erreichen.»

Mike Martin

Die Farm konzentriert sich zudem auf den Kartoffelanbau und die Herstellung von Saatkartoffeln, Gerste, Hafer und weiteren Feldfrüchten. Der Betrieb umfasst 680 Hektaren wovon 280 Hektaren im eigenen Besitz sind. Ägypten ist der grösste Abnehmer von schottischen Kartoffeln. Weiter werden die Kartoffeln nach Brasilien, Israel, Irak, Marokko und auf die Kanarischen Inseln sowie nach Russland und Polen exportiert. Aber auch lokal werden die Produkte verkauft. Ein Zusammenschluss von Produzenten in der Region ermöglichen den gemeinsamen Verkauf von Produkten an Märkte, in Restaurants oder in Spudhuts (kleine Hütten), die an den Strassen stehen. Auf einer Website können sich Konsumenten über die Bezugsquellen und Farmer informieren.

Gerste ist nebst den Kartoffeln eines der wichtigsten Erzeugnisse für die Familie. «Wir bauen Winter- und Sommergerste an. Die Wintergerste verfüttern wir dem Vieh, die Sommergerste geht in die Whiskyproduktion», erklärt Mike Martin. Schottland hat eine grosse Dichte an Whisky-Destillerien. Mehr als 120 solcher gibt es im Land. Um den Brexit macht sich die Familie auch Gedanken, wie alle andern Bauern auch, wissen sie nicht, was die Zukunft für die Landwirtschaft in Schottland bringt.

© Melanie Graf

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