Zwei alte Frauen
Rezensionen

Eine Legende von Verrat und Tapferkeit

Was würden Sie tun, wenn Sie von ihrer Familie als unnützen Esser in der Wildnis zurückgelassen werden? Und das im Winter? 

Die Autorin Velma Wallis beschreibt in ihrem Buch «Zwei alten Frauen – Eine Legende von Verrat und Tapferkeit» den Überlebenskampf zweier alten Athabaska-Indianerinnen, die in einem, von Hungersnot geprägtem und harten Winter in der Polarregion von Alaska, von ihrem Volk als unnütze Esser zurückgelassen werden. Die beiden Frauen beschliessen, mit eisernem Willen, dem sicheren Tod in der Wildnis und Kälte ein Schnäppchen zu schlagen. Es gelingt ihnen, mit ihrer wiedergefundenen, inneren Stärke und längst vergessenen Fähigkeiten, zu überleben. Während der langen Zeit in der einsamen Wildnis Alaskas, legen sich die beiden, in unermüdlichen Arbeit, einen riesigen Vorrat an getrockneten Fischen und geräucherten Biberfleisch an, bis das Volk nach Monaten hungrig und ausgezerrt an den Ort zurückkehrt, an dem sie die beiden Frauen zurückgelassen haben. Die Geschichte handelt von Taten, zu denen Menschen in der Zeit der Verzweiflung fähig sind. Sie erzählt über Freundschaft, innere Stärke, Verrat, Tapferkeit und Reue. «Zwei alte Frauen» ist ein Kniefall vor dem Alter und der Weisheit.

Der Roman von Velma Wallis, ist im Piperverlag erschienen. Die Szenen sind mit klaren Worten beschrieben. Gefühle werden nie dick aufgetragen. Mit nur 128 Seiten zählt das Buch wohl zum literarischem Fastfood und ist ein Häppchen für Zwischendurch. Es verliert jedoch nie an Tiefgründigkeit. ISBN: 9783492245692.
Weitere Buchtipps? Siehe auch: Das Pesttuch
© Melanie Graf

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