Sanatorio Piotta
Experiment,  Gesellschaft

Der gruseligste Ort der Schweiz?

Hier sollen Geister ihr Unwesen treiben. Nachts höre man die Schreie der gequälten Seelen bis ins Tal. Das seit Anfang der 1960er Jahren leerstehende Sanatorio del Gottardo soll der gruseligste Ort der Schweiz sein. Dann nichts wie hin…

Das Sanatorio Popolare Cantonale di Piotta in der Gemeinde Quinto in der Leventina im Nordtessin ist besser bekannt als Sanatorio del Gottardo. Das imposante Gebäude liegt auf 1160 Metern über Meer neben der Standeilbahn Ritom, einer steilsten Standseilbahnen Europas.

Im 1905 eröffneten Spital wurden Tuberkulosekranke behandelt. Nach dem ersten Weltkrieg diente es als Militärkrankenhaus. Nun steht das Haus mit vierstöckigem Hauptgebäude und 76 Krankenzimmern leer.

Glasscherben knirschen unter den Sohlen, Zentimeter dick liegt Staub und Dreck in den Gängen. Die Fenster sind mit Brettern vernagelt, der Putz blättert von den Wänden. Mancherorts hat sich die Natur ihren Platz zurückgeholt. Die Wände sind voller Graffiti, an jeder Ecke liegen Bierdosen. Aschehaufen hier, Kohleresten da: Da hat wohl jemand in der Nacht eine kleine Party gefeiert. 

Der Ort ist schon längst kein Geheimnis mehr. Es kann gut möglich sein, dass sich hier die Ruinentouristen gegenseitig auf den Füssen herumtrampeln. Es ist zwar nicht erlaubt das Gebäude zu betreten, aber das hält niemand davon ab, das Haus zu erkunden. Ob es hier wirklich spukt? Ein blutiger Handabdruck auf einer Treppe und auf dem Geländer, Blutspuren an der Wand. Zu rot, um echt zu sein.

Der Keller ist sicher etwas für Hartgesottene. Da unten ist es stockfinster. Es soll sogar einen Leichenkeller geben. Ob man jetzt den Keller erkundet oder die oberen Stockwerke: ungefährlich ist es nicht. Man darf nicht vergessen, dass das Haus seit über 50 Jahren leer und baufällig ist. Ganze Treppenabschnitte sind bereits in die Tiefe gefallen, das Holz ist morsch, das Eisen rostig. 

Das Haus strahlt eine besondere Faszination aus. Aber gruselig? Vielleicht ein bisschen.

©Melanie Graf

Lust auf mehr Unerklärliches? Ich empfehle die Reportage über eine Rutengängerin.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.